Einsatz 31.07.2025 - 21:44 Uhr
Gasaustritt |
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| Einsatzart: | ABC-Einsatz (Atomar/Biologisch/Chemisch) |
| Datum & Uhrzeit: | 31.07.2025 - 21:44 Uhr |
| Einsatzort: | Auf dem Lerchenbühl |
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Gasaustritt im Gebäude
Am Abend wurde die Feuerwehr Bamberg ins Berggebiet zu einem Gasaustritt im Gebäude alarmiert. Bewohner eines Einfamilienhauses wurden während ihrer Abwesenheit von einem Kohlenmonoxid-Melder ihres Smart-Home-Systems über eine erhöhte Konzentration im Gebäude auf dem Handy gewarnt. Daraufhin informierten sie die Leitstelle, die nach ABC-Gefahrstoffmeldeanlage alarmierte. Im Wohnhaus befindet sich eine Holzpelletsanlage in deren Umfeld sich der Sensor befindet.
Die Einsatzkräfte trafen sich mit den Bewohnern vor dem Gebäude und ließen sich den Zugang gewähren. Ein Trupp unter Pressluftatmer und mit Gasmesstechnik ausgestattet betrat das Gebäude und nahm Messungen hauptsächlich im Keller und Heizungsraum des Gebäudes vor. In der Spitze wurden hier 600 ppm CO in der Umgebung gemessen. Die Führungskräfte entschieden den Keller mit Hochleistungslüftern zu belüften und das Material, bestehend aus ca. 11 to Holzpellets, abzusaugen und aus dem Lagerraum zu entfernen. Hierzu wurden weitere Kräfte zur Unterstützung und ein Spezialunternehmen mit einem Saugwagen alarmiert. In mühseliger Arbeit wurde das Pelletslager beräumt und die abgesaugten Pellets in einem offenen Container zwischengelagert.
Nach rund vier Stunden waren die Arbeiten beendet, und nach einer abschließenden Messung, bei der keine gefährlichen Kohlenmonoxid-Werte mehr festgestellt werden konnten, wurde das Gebäude den Bewohnern übergeben. Man eruierte woher die Lieferung stammte und ob noch weitere Abladestellen mit der gleichen Charge vorhanden waren. Sicherheitshalber informierte man auch diese Endabnehmer und entschied sich bei der Feuerwehr-Führung im Landkreis ebenfalls das gelieferte Material aus den Lagern abzusaugen. Hier zogen sich die Arbeiten noch bis in die Morgenstunden hin.
Erwähnenswert ist, dass es sich bei CO (Kohlenmonoxid) um ein geruchsloses, farbloses und geschmacksloses Gas handelt, das auch schon in niedriger Konzentration Schäden bei Lebewesen hervorrufen kann. Unbedenklich sind Werte unter 7 ppm - Werte um die 200 ppm können auch bei kurzer Beaufschlagung bleibende Schäden hervorrufen. Werte ab 1000 ppm = 0,1 % verlaufen meist tödlich insofern keine Rettung und Behandlung in einer Spezialklinik stattfinden kann. Der Nutzer kann nur durch CO-Warner auf eine erhöhte Konzentration in der Umgebung aufmerksam gemacht werden. Andere Kriterien gibt es nicht.
CO kann immer beim Umgang mit Holzpellets entstehen. Entscheidend ist hier wie lange die Pellets bereits verarbeitet und vorgelagert wurden. Wodurch die erhöhte Konzentration in diesem Fall entstanden ist, kann pauschal nicht gesagt werden. Hier sind mehrere Faktoren entscheidend, wie Holzart, Produktionsart und Lagerung.
Nach vier Stunden war der Einsatz für die Feuerwehr Bamberg beendet und das abtransportierte Material wurde zwischengelagert. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, die Schadenshöhe und Kostenaufwand sind unbekannt.
Für die Dauer des Einsatzes wurde eine Wachbesetzung einberufen. Zu weiteren Alarmierungen kam es in dieser Zeit nicht.