Rauchwarnmelder in Privatwohnungen



Rauchwarnmelder-Pflicht in Bayern eingeführt

Nachrüstpflicht auch für bestehende Gebäude und in Privat-Haushalten

Jährlich sterben in Deutschland etwa 600 Personen bei Wohnungsbränden. Dabei erliegen die wenigsten ihren Verbrennungen; fast 95 % aller Opfer sterben an Rauchvergiftung. Brände bleiben − wenn sie nachts ausbrechen − zunächst meist lange Zeit unbemerkt. Bricht ein Feuer aus, so wirken die entstehenden Brandgase narkotisierend und toxisch; das heißt, dass die meist schlafenden Opfer zunächst durch den Brandrauch nicht geweckt werden sondern eher noch tiefer schlafen. Bereits nach wenigen Atemzügen ist die Menge an eingeatmeten, giftigen Rauchgasbestandteilen so groß, dass der Tod sehr schnell eintritt.
Viele Menschen sind sich dieses Risikos nicht hinreichend bewusst. Dabei kann dem Rauchtod durch Installation eines Rauchwarnmelders leicht vorgebeugt werden; durch ein akustisches Signal wird im Regelfall selbst eine tief schlafende Person rechtzeitig geweckt und kann sich noch in Sicherheit bringen und die Feuerwehr alarmieren.

Zum Jahreswechsel 2012 ⁄ 2013 wurde über die Bayerische Bauordnung nun festgelegt, dass in Wohnungen Rauchwarnmelder installiert sein müssen, um die Zahl der Brand- bzw. Rauchtoten zu reduzieren. Dort heißt es neu in Art. 46 (4):
In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Die Eigentümer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2017 entsprechend auszustatten. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzern, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst..

Das Angebot der im Handel erhältlichen Rauchmeldern ist groß. Dabei geht − neben der Preisspanne − auch die Qualitätsspanne weit auseinander. Bei ganz billigen Rauchmeldern ist oftmals die Sensorik, die den Rauch detektieren soll, von minderer Qualität; die Melder sprechen meist erst sehr spät an, erfüllen also nicht den Anspruch einer Brandfrüherkennung.
Die Stiftung Warentest hat Rauchmelder getestet und die Ergebnisse festgehalten. Eine Pressemitteilung gibt erste Hinweise, in einem weiteren Artikel wird auf die Testergebnisse eingegangen.

Ob Melder mit einer Langzeit-Batterie (Lebensdauer etwa 10 Jahre) oder mit normalen Batterien, die im Allgemeinen nach etwa zwei Jahren ausgetauscht werden müssen, ist sicherlich eine individuelle Entscheidung. Langzeit-Batterien sind deutlich teurer, bedürfen aber während ihrer Lebensdauer keiner weiteren Aufmerksamkeit. Die Melder selbst sind regelmäßig einem Test zu unterziehen (siehe Herstellervorgabe).
Für ausgedehntere Gebäudebereiche oder für denjenigen, der ein besonders hohes Schutzziel verfolgt, sind funkvernetzte Rauchmelder zu empfehlen: spricht einer der installierten Melder an, so lösen − mit kurzer Verzögerung − auch die übrigen Melder aus, die auf denselben Kanal eingestellt sind. So wird sichergestellt, dass kein Alarm, auch wenn er in einem abgelegenen Raum ausgelöst wird, überhört wird. Bezüglich der Reichweite der Funk-Module wird auf die Herstellerangaben verwiesen!

Weitergehende Informationen zu dem Thema erhalten Sie über das Merkblatt des Bayerischen Staatsministerium des Innern sowie über die Seite Rauchmelder − Lebensretter.