Brandschutz-Material ist nicht gleich Brandschutz-Material


Neben Werbung für alle möglichen Produkte werden gerade zur Weihnachtszeit Brandschutz-Artikel beworben, die der Sicherheit der Nutzer dienen sollen. Doch hier ist oftmals Vorsicht geboten. Die Geräte und Einrichtungen erweisen sich zumindest für einen Laien als nicht sícher handhabbar, bzw. lassen einen Schutz (bspw. einen Löscherfolg) nur durch Anwendung durch eine erfahrene Person erreichen. Einige Produkte sind schlichtweg vor dem Hintergrund Brandschutz als ungeeignet zu bezeichnen.


Brandschutz-Sprays

Vereinzelt werden Sprays, sei es in Sprühdosen oder in Pump-Fläschchen, angeboten, mit deren Inhalt Gegenstände eingesprüht werden sollen, um deren Entzündungsgefahr zu reduzieren, weil diese Mittel eine feuerhemmende Schicht auf der Oberfläche der Objekte bilden sollen.
Als problematisch erweist sich zunächst die Anwendung. Wenn überhaupt ein (Schutz-)Effekt erzielt werden soll, muss bei der Anwendung und Aufbringung des Mittels peinlichst genau gearbeitet werden, was von einem Laien nicht verlangt werden kann. Als nächstes fehlen meist Angaben zur Haltbarkeit der „Schutzschicht“ (Halbwertszeit), sodass nicht klar ist, wann die Wirkung der „Schutzschicht“ nachlässt. Eventuell die Wirksamkeit der Produkte beeinträchtigende Effekte / Reaktionen mit dem Untergrund, auf dem das Mittel aufgebracht werden soll, sind im Normalfall nicht angegeben und nicht bekannt. Zu guter Letzt ist die Wirksamkeit dieser Produkte in aller Regel nicht sicher nachgewiesen und nicht reproduzierbar.

Grundsätzlich besitzen diese Mittel keine Anerkennung seitens zertifizierter Einrichtungen (bspw. VdS Schadenverhütung) oder vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt). Sofern Anerkennungen bestehen, sind die Brandschutz-Mittel in aller Regel relativ teuer, da diese dann natürlich von gewünschter Qualität sind und zudem mit hohem (Kosten-)Aufwand geprüft und zertifiziert werden. Sofern Zulassungen vorliegen, die dann auch die Effektivität des Produktes garantieren, sind einschlägige Prüfsiegel und Kennzeichnungen auf den Produkten angebracht. Alleine das CE-Zeichen stellt dabei jedoch kein Garantiezeichen für die Wirksamkeit des Mittels dar!




Feuerlösch-Spraydosen

Für die Anwendung im Hausgebrauch sind Feuerlöscher unterschiedlichster Qualitäten im Handel erhältlich, die - selbst wenn keine gesetzliche Verpflichtung für die Bereitstellung in Privathaushalten besteht - für jeden Haushalt / jede Wohnung zur Vorhaltung und Bereitstellung zu empfehlen sind, um im Ernstfall einen größeren Schaden vermeidbar zu machen. Feuerlöscher können von jedermann angewendet werden, da sie sehr einfach zu handhaben sind und sind die geeigneten Geräte zur Bekämpfung eines Entstehungsbrandes.
Im Handel und im Internet werden neben Feuerlöschern auch Feuerlösch-Spraydosen zum Kauf angeboten. Deren Wirkung ist gemäß den vom Bundesverband für Technischen Brandschutz e. V. (bvfa) durchgeführten Versuchen deutlich in Frage zu stellen. Sobald sich ein Feuer auch nur ein wenig ausgebreitet hat, ist ein Löscherfolg mit diesen Mitteln zur Brandbekämpfung nicht mehr zu erzielen, was mit einem richtigen, enormten Feuerlöscher durchaus möglich wäre. Für einige Brände sind Feuerlösch-Spraydosen aufgrund der Einschränkungen in der Handhabung oder / und wegen des Löschmittels oder der Art seiner Ausbringung schlicht ungeeignet.

Der Bundesverband für Technischen Brandschutz e. V. (bvfa) hat Lösch-Spraydosen getestet und die Versuche als filmisch dokumentiert. Drei dieser Filme sind - mit freundlicher Genehmigung des bvfa - nachstehend zum Ansehen oder / und zum Download bereitgestellt.


Christbaumbrand-Löschversuch
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Weihnachtsbaum


Fettbrand-Löschversuch
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Fettbrand


Benzinbrand-Löschversuch
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Benzinbrand


Mit einem zugelassenen Feuerlöscher wären all diese Brände - wie gezeigt - löschbar gewesen.

Benötigen Sie Hilfe und Beratung? Wenden Sie sich einfach an den kompetenten Fachhandel oder fragen Sie Ihre Feuerwehr!