Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg



Gründung:

1857, 23. Juli:
Brand in der Zehnderschen Brauerei in der Oberen Königstraße
Im „Bamberger Tagblatt“ wird auf die unhaltbaren Zustände der bisherigen "Bekämpfung des Feuers" hingewiesen und die umgehende Organisation - auf freiwilliger Basis - als dringendste Aufgabe gefordert.
Die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr wird daraufhin sehr lebhaft diskutiert.

1859, 22. Oktober:
Eine Reihe edelgesinnter Bürger trifft sich in der Brauerei "Himmelsleiter" in der Judenstraße, um den Gedanken einer Freiwilligen Feuerwehr und eines Turnvereines zu erörtern.

1859, 26. Oktober:
Unter Vorsitz von Kaufmann B. F. Messerschmitt, Zinngießer K. Grau, Maler A. Jahn, Maler M. Sauer, Tapezier A. Schmidt und Maler und Wallfahrer J. B. Drechsler wird beschlossen, dass die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr nur bei gleichzeitiger Eröffnung eines Turnvereins möglich sei, um die Feuerwehr laufend mit körperlich, ertüchtigten Kräften fit zu halten.

1859, 29. Oktober:
Der Stadtmagistrat wird von der Absicht der beiden Vereine in Kenntnis gesetzt. Unterstützung in finanzieller Hinsicht sowie Platz und Raum zum üben, Beschaffen von Ausrüstungsgegenständen und Geräten wird gefordert.

1859, 09. Dezember:
Beratung zum Satzungsentwurf in der Gaststätte „Pelikan“.

1860, 03. Januar:
Großfeuer in der Brauerei zum "Jäcken" am Maxplatz.
Letzte Zweifel beim Stadtmagistrat werden vollends zerstreut.

1860, 16. Januar:

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg
In einer einberufenen Versammlung in der Gastwirtschaft „Pelikan“ in der Sandstraße, in der 73 Bürger aus allen Ständen und Berufen anwesend sind und sich bereit erklären, einer Freiwilligen Feuerwehr beizutreten, wird die Freiwillige Feuerwehr Bamberg gegründet.

Gründungsurkunde


Noch in der Gründerversammlung werden gleich die Führer gewählt, wenige Tage später die Ersatzleute.



Weitere Geschichte der Feuerwehr Bamberg:

1860, 22. Mai:
In der Ausschuss-Sitzung werden die Mitglieder eingeteilt und zwar:
31 Steiger, 22 Wasserträger, 57 Pumper, 100 Austräger

Aufgrund eines Aufrufes in den Zeitungen melden sich täglich neue Mitglieder.

1860, 24. Mai:
Im „Erlanger Hof“ in der Bahnhofstraße wird die erste Generalversammlung abgehalten.

1860, 14. Juli:
Die Feuerwehr hat bereits 300 Mitglieder, 44 weitere haben sich angemeldet.

1872, 02. und 03. Juni:
Im Wasserschloss „Concordia“ findet der 3. Bayerische Feuerwehrtag statt. An ihm nehmen 121 bayerische Feuerwehren teil. Höhepunkt ist eine Übung der Bamberger Wehr am Klerikalseminar (heute Rathaus Maxplatz).

1874:
Im Laufe des Jahres wird die gesamte Wehr mit zeitgemäßer Ausrüstung ausgestattet.

1885, 01. - 03. August:
Feierlichkeiten und Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg.

1897, 15. November:
Aus Anlass der Eröffnung der Elektrischen Straßenbahn hält der Direktor der Straßenbahngesellschaft einen Vortrag vor der Feuerwehr über die Gefahren des elektrischen Stroms und die zu beachtenden Vorsichtsmaßnahmen.

1904, Juni:
Eine Sonntagswache wird ins Leben gerufen, welche vom Frühjahr bis zum Herbst an Sonn- und Feiertagen jeweils von 14:30 Uhr bis 19:30 Uhr in der Stärke von einem Führer und acht Mann auf Wache zieht und dienstbereit ist.

1910, 13. - 16. August:
Die Freiwillige Feuerwehr Bamberg feiert ihr 50-jähriges Bestehen.
Der 11. Bayerische Feuerwehrtag findet in Bamberg statt.

1913, 14. Mai:
Es wird die sofortige Beschaffung eines Löschautos beschlossen.

1914, 30. Juni:
Das neue Löschauto ist und harrt der baldigen Abnahme durch die Stadt, damit die Übergabe an die Feuerwehr erfolgen kann.

1914 - 1918:
Der 1. Weltkrieg verschont auch die Bamberger Wehr nicht. Etwa die Hälfte der 600 Kameraden befanden sich im Feld. Die in der Heimat gebliebenen Kameraden versuchen nach Kräften, den Feuerschutz in der Stadt nach wie vor aufrecht zu erhalten.
Die Autospritze soll aufgrund des akuten Benzinmangels nur noch bei Großbränden im Stadtgebiet eingesetzt werden.

1921, 08. Mai:
Nach einem Gottesdienst wird zu Ehren der gefallenen Feuerwehrmitglieder das im Friedhof errichtete Ehrenmal eingeweiht.
Es wird drei Jahre später in die Anlage am Markusplatz versetzt, wo es noch heute steht.

1925:
Es wird eine Kraftspritze mit Augsburger Leiter - Fabrikat Magirus - angeschafft. Das Fahrzeug ist vollgummi-bereift, hat eine Pumpenleistung von 1.150 l/min und ist 50 km/h schnell. Es kostet 22.000 Reichsmark.

1929, 11. April:
Die Anschaffung einer Autodrehleiter wird vom Finanzausschuss der Stadt Bamberg genehmigt. Sie wird noch in diesem Jahr in Dienst gestellt.

1936:
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten werden die Feuerwehr-Vereine aufgelöst. Die Feuerwehr trägt ab diesem Jahr den Namen „Feuerlöschpolizei“.

1936 - 1939:
Es werden zahlreiche neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft. 1941 werden etliche Fahrzeuge aus dem Bestand der Feuerwehr beschlagnahmt.

1946, Februar:
Auf Anordnung der Besatzungsmacht wird eine Berufsfeuerwehr aufgestellt. Sie besteht aus 1/26 Mann.

1955, 01. Januar:
Die Berufsfeuerwehr wird aufgelöst und in eine Ständige Wache umgewandelt. An diesem Zeitpunkt hat die Freiwillige Feuerwehr den gesamten Schutz der Stadt Bamberg sicherzustellen.
1960, 16. Januar:

Im Gasthaus „Pelikan“ findet in Erinnerung an die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg vor 100 Jahren eine Festsitzung statt.

1960, 02. und 03. Juli:
Festivitäten zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg.

1961:
Die Sonn- und Feiertagswachen werden wieder eingeführt, um auch in den Sommermonaten an diesen Tagen eine ausreichende Mannschaftsstärke zu gewährleisten.

1965 - 1970:
Es werden nach und nach mehrere neue Feuerwehr-Fahrzeuge in den Dienst gestellt, die zum Teil heute noch ihre Dienste verrichten.

1972:
Die Jugendgruppe kann erstmalig die Jugendleistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr ablegen.
Für Einsätze auf den Bundeswasserstraßen wird vom Landesamt ein Motorboot mit Jet-Antrieb zur Verfügung gestellt.

1981:
- das neue Gebäude der Ständigen Wache am Margaretendamm wird eingeweiht
- die LG 5 hat sich selbst einen Unterrichtsraum geschaffen
- die Jugendgruppe muss in einen behelfsmäßen Unterrichtsraum ausweichen, da das bisherige Haus von der Universität benötigt wird
- die LG  erhät ein neues LF 8-TS
- die Ständige Wache erhält eine neue Ölsperre

1982:
Als Gemeinschaftsanschaffung von Stadt und Landkreis Bamberg und Forchheim wird ein Ölabscheidergerät „Aquasant“ in Dienst gestellt.

1984:
Stadtbrandrat Georg Gutzler legt sein Amt als Stadtbrandrat aus Altersgründen nieder. Er wird in einer Feierstunde im Rokokosaal zum Ehrenkommandanten ernannt. Zu seinem Nachfolger wird Franz Ludwig Redler gewählt.

1985, 16. Januar:
Die Freiwillige Feuerwehr gedenkt in einer Festversammlung im Feuerwehr-Gerätehaus in der Pfeuferstraße der 125. Wiederkehr ihrer Gründung.
Am Domplatz wird eine Schau-Übung durchgeführt: Es werden die Löschgeräte und Brandbekämpfungstechniken aus den Jahren der Gründung der Feuerwehr Bamberg, aus den Jahren vor dem 2. Weltkrieg und von heute gezeigt. Zahlreiche Bürger der Stadt verfolgen die Schau-Übung mit großem Interesse .



Nennenswerte Ereignisse von 1985 bis heute werden noch ergänzt.



2004:
Die erste Frau wird Mitglied in der Bamberger Wehr und tritt der Löschgruppe 2 bei.



Erwähnenswerte Großbrände seit dem 100-jährigen Jubiläum

Erwähneswerte Brandeinsätze aus den Jahren 1960 bis 1985 finden Sie unter der Rubrik

„Einsätze, Übungen, Ereignisse - Brandeinsätze - Einsätze 1960 - 1985“


bzw. unter diesem Link.