THL-Einsätze 2006


Auswahl an Hilfeleistungseinsätzen - Übersicht:

Pfeil   26.06.2006 - Hilfe bei der Beringung von Störchen im Landkreis Bamberg  
Pfeil   14.06.2006 - Bamberger Wehr hilft Kunstwerk bergen  
Pfeil   30.05.2006 - Völlig losgelöst...  
Pfeil   26.05.2006 - Schiffshavarie - die Dritte  
Pfeil   09.04.2006 - Schiff schlägt auf dem Main-Donau-Kanal Leck  
Pfeil   01.04.2006 - Schwerer Verkehrsunfall auf der Staatsstraße zwischen Bamberg und Geisfeld  
Pfeil   28.02.2006 - spektakulärer Unfall auf dem Münchner Ring  
Pfeil   27.02.2006 - Schiffshavarie auf dem Main-Donau-Kanal  
Pfeil   10. - 12.02.2006 - Katastropheneinsatz in Niederbayern  
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Einsatzberichte:

TOP  Löschgruppe 1 hilf bei der Beringung von Störchen

Der Vogelschutzbund wurde am 26.06.2006 von der LG 1 mit ihrer Drehleiter unterstützt, Jung-Störche, die im Landkreis von Ihren Storchen-Eltern aufgezogen wurden und werden, mit Ringen an den Füßen zu versehen. In Unterneusses wurden zwei Jung-Störche beringt, in Stappenbach und Frensdorf jeweils ein Storch.

„Einsatz“-bilder finden Sie unter diesem Link

Fotos: Ewald Pfänder, LG 1




TOP  Kunstwerk beschädigt - Feuerwehr hilft bei der Bergung

Noch nicht sicher ist, ob das Kunstwerk „Kopf Chellida“Sieg des Künstlers Markus Lüperts ein Opfer des Sieges der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Polen war, oder ob das Werk anderweitig radikalen Kunstkritikern oder sonstiger Zerstörungswut zum Opfer gefallen ist. Das auf der Oberen Brücke aufgestellte Kunstwerk wurde in der Nacht von 14. auf den 15.06.2006 von unbekannten Tätern samt Sockel umgestoßen. Dabei ging das Ausstellungsstück kaputt und muss nun repariert werden.
Um den „Kopf Chellida“ in die Werkstatt zu befördern, wurde die Ständige Wache mit dem Kranwagen alarmiert. Sie hob den etwa zehn Zenter schweren Sockel und den Rest der darauf befestigten Statue auf das Wechsellader-Fahrzeug und fuhr diese in ein Lager.
Die polizeilichen Ermittlungen laufen.

Bergung des Kunstwerkes „Kopf Chellida“ auf der Oberen Brücke durch die Feuerwehr Bamberg


Foto: Herbert Stöcklein, LG 7




TOP  Völlig losgelöst ...

... trieben am 30.05.2006 drei Gondeln den linken Regnitzarm hinunter. Von bisher noch unbekannter Stelle aus treiben sie - begünstigt durch die nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage schneller fließenden Regnitz - bis zur Oberen Mühlbrücke. Dort wurden sie vom Bollwerk am Einlauf der Turbinen aufgehalten und mussten von der Ständigen Wache sicher befestigt bzw. geborgen werden, um zu verhindern, dass die Gondeln in den Einlauf geraten und die Turbinen womöglich beschädigen.


Die drei Gondeln am Turbineneinlauf an der Oberen Mühlbrücke


Foto: Herbert Stöcklein, LG 7




TOP  Schiffshavarie - die Dritte am Freitag, 26.05.2006

Übung hat die Bamberger Feuerwehr nun mittlerweile in Sachen Schiffsbergungen auf dem Main-Donau-Kanal. Am 26.05.2006 lief das mit 1.700 Tonnen Eisenerz beladene Frachtschiff „Hünenkönig"ldquo; genau auf der Grenze zwischen Stadt und Landkreis Bamberg in Höhe Bischberg gegen 09:00 Uhr auf Grund und schlug Leck. Auch diesmal konnte aufgrund des schnellen Einsatzes der Bamberger Wehr und der Wasserschutzpolizei das völlige Sinken des Schiffes verhindert werden. Statt dessen konnte es in den Hafen geschleppt und dort von Tauchern zumindest provisorisch repariert werden. Während der Arbeiten blieb der Kanal für den übrigen Schiffsverkehr gesperrt.

Während der Abpumparbeiten wurden die Tagesalarmbereitschaft, bestehend aus den Löschgruppen 3, 5 und 6, sowie die DLK-Bereitschaft der LG 1 alarmiert.

Abpumparbeiten am havarierten Schiff auf dem Main-Donau-Kanal...



... und im Bamberger Hafen


Text- und Bild-Quelle: Fränkischer Tag
sowie Ewald Pfänder, LG 1




TOP  Wieder Schiffshavarie auf dem Main-Donau-Kanal am Sonntag, 09.04.2006

Am Nachmittag des 09. April ereignete sich auf dem Main-Donau-Kanal die zweite Schiffshavarie binnen sechs Wochen im Streckenabschnitt zwischen Schleuse Bamberg und dem Hafen Bamberg. Diesmal fuhr ein bergwärts fahrender, mit 1.250 t Erz beladender Lastkahn namens Kevin in Höhe der Marienbrücke auf ein etwa 50 cm langes, massives Metallteil, das während Umbauarbeiten an der Brücke widerrechtlich ins Wasser geworfen wurde, auf. Dabei entstand am Bug es Schiffes ein etwa faustgroßes Loch, durch das sofort Wasser in den Rumpf eindrang.
Das Schiff konnte noch aus eigener Kraft die Fahrt bis zur Schleuse fortsetzen und dort festmachen. Die sofort verständigten Kräfte der Ständigen Wache begannen umgehend, das eingedrungene und eindringende Wasser abzupumpen. Verstärkt wurden die Kameraden zunächst von der Löschgruppe 3 unterstützt, die den Einsatz bis etwa 23:00 Uhr zuende führte. Ein Spezialtaucher, der aus Würzburg an die Unfallstelle beordert wurde, dichtete das Leck ab, sodass das Schiff seine Fahrt am Montag Vormittag vorsetzen und die Ware im Bestimmungsort Linz abliefern konnte. Dort soll es dann repariert werden.

In der Zeit, als die Ständige Wache vor Ort eingebunden war, wurde die Löschgruppe 2 zur Wachbesetzung alarmiert. Zusätzlich wurde die Drehleiter-Bereitschaft der Löschgruppe 4 alarmiert, um den Brandschutz für die Stadt Bamberg weiterhin sicherstellen zu können.

Die Schifffahrt blieb für Schwerlastkähne bis Montag Spät-Nachmittag untersagt, solange der aus Nürnberg stammende Bergungstrupp mit der Beseitigung des Hindernisses an der Marienbrücke beschäftigt war.


„Kevin“ konnte noch aus eigener Kraft vor der Schleuse festgemacht werden, von wo aus die Bergungsaktion durchgeführt wurde.




Beseitigung des für die Havarie ursächlichen Stahlteils an der Marienbrücke


Bild-Quelle: Ronald Rinklef, Fränkischer Tag




TOP  Schwerer Verkehrsunfall auf der Staatsstraße zwischen Bamberg und Geisfeld

Am frühen Samstagnachmittag fuhr ein 74-Jähriger mit seinem Auto von einem Feldweg zwischen Geisfeld und Bamberg nach links in Richtung Bamberg auf die Staatsstraße ein. Dabei missachtete er die Vorfahrt eines in Richtung Geisfeld fahrenden 23-jährigen Pkw-Fahrers. Dieser wich noch nach links aus und versuchte durch eine Vollbremsung einen Zusammenstoß zu vermeiden, was jedoch nicht mehr gelang. Beide Fahrer wurden schwer verletzt und mussten ins Klinikum Bamberg gebracht werden. Der 23-Jährige musste zuvor, da er eingeklemmt war, von der Feuerwehr Bamberg aus seinem Fahrzeug befreit werden. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 10 000 Euro.


Der 23-Jährige, vorfahrt-berechtigte Fahrer musste von der Feuerwehr aus seinem Fahrzeug befreit werden


Text- und Bild-Quelle: Ronald Rinklef, Fränkischer Tag




TOP  Spektakulärer Verkehrsunfall auf dem Münchner Ring

Am frühen Faschingsdienstag-Nachmittag ereignete sich auf dem Münchner Ring ein schwerer Verkehrsunfall. Die Wagenlenkerin wollte, aus der Schellenberger Straße kommend, auf den Münchner Ring einfahren. Aufgrund überhöhter Geschwindigkeit kam sie zu weit nach links auf die Fahrbahn, worauf hin sie stark nach rechts lenkte. Die Frau fuhr an der Steil-Böschung entlang, umfuhr dabei ein Verkehrsschild, das keinen Schaden nahm, und kam erst an einem Brückenpfeiler, mitten auf einer Leitplanke liegend, zum Stehen. Beim Eintreffen der Rettungskräfte der Feuerwehr wippte das Fahrzeug im Gleichgewicht auf der Leitplanke. Lediglich durch einen Rettungssanitäter, der sich auf die Motorhaube gesetzt hatte, wurde verhindert, dass das Fahrzeug weiter schwankte und u. U. abkippen könnte, wodurch die schweren Verletzungen der Fahrerin noch verschlimmert worden wären.
Nachdem das Fahrzeug unterbaut und stabilisiert wurde, konnte das Dach durch die Feuerwehr mit Spreizer und Rettungsschere abgenommen, und die Frau gerettet werden. Sie hatte Glück im Unglück und schwebte - laut Polizeiangaben - nicht in Lebensgefahr.


Das verunfallte Fahrzeug kam auf der Leitplanke zu stehen. Zur Personenrettung musste das Dach abgenommen werden


Text- und Bild-Quelle: Zeitung Fränkischer Tag, sowie Wachabteilung 1




TOP  Schiffshavarie auf dem Main-Donau-Kanal am Montag, 27.02.2006

Aus bisher unbekannten Gründen schlug am Montag, 27.02.2006, ein etwa 85 m langes, mit Düngemitteln beladenes Frachtschiff, das unter holländischer Flagge fuhr, auf Höhe der derzeit im Bau befindlichen Luitpoldbrücke Leck. Der Schiffsboden wurde durch einen Gegenstand aufgeschlitzt, sodass Wasser ins Schiffsinnere (Bug) eindringen konnte. Nachdem die Besatzung den Wassereintritt bemerkt hatte, wurde das Schiff zwischen der Löwen- und der Kettenbrücke gestoppt.

Etwa 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des BRK, des THW, der Wasserwacht, der DLRG und der Wasserschutzpolizei waren damit beschäftigt, das Schiff zu stabilisieren und auszupumpen. Nachdem dies gelungen war, konnte das Schiff aus eigener Kraft in den Bamberger Hafen navigiert werden. Dort dauerten die Auspump-Arbeiten der Feuerwehr die ganze Nacht an. Das geladene Düngemittel wurde gelöscht und per LKW nach Schweinfurt verbracht.

Taucher stellten, nachdem das Schiff in den Bamberger Hafen verbracht war, fest, dass der Schiffsboden an zwei Stellen beschädigt wurde. Der Sachschaden wird auf 50.000 bis 100.000 Euro geschätzt. Im Hafen liegend soll das Schiff nun repariert werden.
Die Schifffahrt blieb bis Dienstag Mittag gesperrt, weil das Flussbett an der Brückenbaustelle auf Gefahrenquellen hin untersucht werden musste.


Bergungsarbeiten am havarierten Schiff mitten auf dem Main-Donau-Kanal und Abpumpen des eingedrungenen Wassers im Bamberger Hafen

     

Text- und Bild-Quelle: Zeitung Fränkischer Tag




TOP  Einsatz anlässlich der Schneekatastrophe in Niederbayern, Freitag 10.02.2006 bis Sonntag 12.02.2006

Am späten Freitag Nachmittag, 10.02., ging bei der Stadt Bamberg das Ersuchen der Regierung von Niederbayern ein, bei der Bewältigung des dort vorherrschenden Schneechaos' behilflich zu sein. Die Anforderung von Helfern wurde an die Feuerwehr weitergeleitet. Aus diesem Grunde trafen sich noch am Freitag gegen 23:00 Uhr etwa 100 Kameraden der Feuerwehren aus der Stadt und dem Landkreis Bamberg (aufgrund der Kürze der Zeit nahezu spontan) an der Ständigen Wache Bamberg. Nach einer kurzen Lagebesprechung machten sich die Einsatzkräfte unter der Leitung von KBI Schumm und KBI Riemer gegen 00:00 Uhr mit zwei Reisebussen und zwei Feuerwehr-Fahrzeugen, die die Vor- und Nachhut bildeten, auf den Weg nach Niederbayern, wo sie am Samstag Morgen gegen 05:00 Uhr ankamen.
Nach Erhalt des Einsatzbefehls wurden die Kräfte zunächst in zwei Gruppen aufgeteilt und wurden in den Ortschaften Teisnach und Böbrach eingesetzt. Die Aufgabe bestand darin, Haus- und Hallendächer von ihrer Schneelast zu befreien. Die teilweise bis zu zwei Meter hohen Schneemassen auf den Dächern wurden in mühevoller Handarbeit mit Schaufeln entfernt. Als problematisch sowohl für die Belastung der Dächer als auch für die Einsatzkräfte erwies sich, dass oftmals bis zu einer Dicke von 50 cm eine geschlossene Eisdecke auf den Dächern lag, die nicht entfernt werden konnte, auf der sich die Kameraden aber bewegen mussten.
Der erste Arbeitstag endete gegen 18:00 Uhr. Dann wurden die Kameraden zur Übernachtung in einer Turnhalle untergebracht, wo es zunächst Abendverpflegung gab.
Der nächste Arbeitstag begann gegen 06:00 Uhr mit dem Morgenappell. Um 07:30 Uhr wurden die Kameraden von ihrer Unterkunft nach Frauenau gefahren, wo sie von etwa 08:30 Uhr bis 16:00 Uhr wiederum mit dem Freiräumen von schnee-bedeckten Dächern beschäftigt waren.
Um 17:00 Uhr traten die Kameraden aus Oberfranken die Heimreise an. Nach zwei anstrengenden Tagen trafen sie gegen 22:15 Uhr wieder in Bamberg ein.

An dieser Stelle soll die Gastfreundlichkeit der betroffen Bevölkerung in Niederbayern gelobt werden. Die Helfer aus Bamberg und Umgebung wurden stets und bereitwillig mit Getränken versorgt.
Laut Aussagen einer Anwohnerin hat es ein solches Schneechaos, wie es geherrscht hat und es an mehreren Stellen immernoch anzutreffen ist, seit 36 Jahren noch nicht / nicht mehr gegeben.
Die Bevölkerung muss teilweise herbe Schicksalsschläge hinnehmen: Wohnhäuser sind unter der Schneelast zusammengebrochen, Wände mehrerer Gebäude haben Risse bekommen. Stellenweise drückt der Schnee durch die Fenster in die Häuser, sodass Zimmer unbewohnbar sind und der Schnee aus den Wohnungen mit Schaufeln herausgebracht werden muss.

Insgesamt entspannt sich die Lage in Niederbayern etwas, doch auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte es wieder geschneit.


Einen Einsatzbericht aus dem „Fränkischen Tag“ finden Sie unter diesem Link


Einsatzbilder finden Sie unter diesem Link

Einsatz-Schilderung von Thomas Bergmüller, LG 2
Einsatzbilder von Florian Kaiser, LG 2