Brand-Einsätze 2014



Brand bei Fa. Weyermann, 22.04.2014

Gegen 02:40 Uhr wurde die Feuerwehr Bamberg wegen einer ausgelösten Brandmeldeanlage zur Fa. Weyermann alarmiert. Nach der ersten Erkundung stellte sich heraus, dass es in einer Röstmalztrommel zu einer Entzündung des Malzes gekommen war. Über die Abluftleitung wurden die Flammen über den Zyklon bis aus dem Kamin „gezogen“, sodass die Flammen aus dem Abluftkamin schlugen. Dadurch wurde auch der aus Blech bestehende Kamin erheblich aufgeheizt, sodass sich das hölzerne Dachgebälk entzündete.
Während das Feuer in der Malztrommel durch Entleeren und gezieltes Ablöschen schnell gelöscht werden konnte, gestaltete sich die Brandbekämpfung im Dachbereich äußerst problematisch: aufgrund der Gebäudehöhe war es nicht möglich, über die Drehleiter zu arbeiten und die Stahlbleche der äußeren Dachhaut zu entfernen. Das Betreten des leicht geneigten Daches war nur eingeschränkt möglich, da die Gefahr bestand, einzubrechen, weil die Tragfähigkeit des Holzgebälks durch die Brandzehrung an Stabilität verloren haben dürfte. Von unten war ein eindringen in den Dachhohlraum nicht möglich, da sich glücklicherweise über dem 7. OG zunächst eine Stahlbetondecke befand, auf der dann das Dach aufgeständert war.
Um die Brandausbreitung innerhalb des Daches einzudämmen, wurden von außen Öffnungen geschaffen und der Dachzwischenraum mit Schaum aufgefüllt. Wegen der Absturzgefahr vom Dach musste mit äußerster Vorsicht gearbeitet werden. Der Schaum im Dachhohlraum zeigte den erwünschten Erfolg, und es konnte Zeit gewonnen werden, den zwischenzeitlich angeforderten und eingetroffenen Autokran zum Einsatz zu bringen. Vom Personenbeförderungskorb aus konnte dann das Dach von außen geöffnet und die Glutnester gezielt abgelöscht werden.
Das Feuer hatte sich zwischenzeitlich auch in die hölzerne Verkleidung des Dachaufbaus (8. OG) gefressen, sodass auch die Außenhaut des Dachaufbaus entfernt werden musste.
Gegen 06:00 Uhr wurden weitere Kräfte an die Einsatzstelle alarmiert, nachdem klar war, dass sich der Einsatz noch länger hinziehen würde und noch weitere Atemschutzgeräteträger benötigt würden.

Trotz der besonderen Herausforderungen dieses nicht alltäglichen Einsatzes konnte größerer Sachschaden verhindert werden. Die drei anderen, ebenfalls in dem Raum im 7. OG befindlichen Röstmalztrommeln haben keinen größeren Schaden genommen und konnten nach der Abreinigung des Rußes wieder in Betrieb gehen.
Nach etwa 9 Stunden konnten die letzten Feuerwehrkräfte die Einsatzstelle verlassen.



Von einem Personenbeförderungskorb an einem Autokran aus musste das Dach in etwa 35 m Höhe geöffnet werden, um die Glutnester im hölzernen Dachgebälk zu löschen

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Die geöffnete Dachkonstruktion; die großflächige Brandausbreitung in der Horizontalen, aber auch am Dachaufbau des 8. OG sind zu erkennen

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Text + Bild:
SBR sowie Ronald Rinklef,
Fränkischer Tag / inFranken.de



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