Brandeinsätze 2010



Brand im Müllbunker des MHKW, 04. - 06.12.2010

Nachdem es bereits mehrfach im Müllbunker des Müllheizkraftwerkes Bamberg gebrannt hatte (zuletzt vor etwa vier Jahren), wurde die Feuerwehr Bamberg am späten Samstag Nachmittag wieder einmal zum MHKW alarmiert. Unter dem Alarmstichwort „Containerbrand“ konnte zwar zunächst nicht vermutet werden, dass es wieder einmal im Müllbunker brennen sollte, doch stellte sich dies beim Eintreffen der Einsatzkräfte schnell als Fakt heraus.

Mitarbeiter des MHKW hatten Rauch und Feuer im Müllbunker bemerkt. An der Stelle war der Müll über mehrere Monate in eine Tiefe des Müllbunkers von 12 Metern und zusätzlich auf eine Höhe von ca. 6 m aufgehäuft, sodass an der Stelle des Brandherdes der Müll ca. 18 m hoch gestapelt war. Wie nach längerer Lagerung zu erwarten war, dürften sich im gelagerten Müll Faulgase gebildet haben. Durch Druck und Zersetzungsvorgänge dürfte zudem Wärme entstanden sein, die dann zur Selbstentzündung des Mülls geführt haben dürfte.

Der bzw. die Brandherde befanden sich etwa auf Höhe der Müllanlieferung; die Nester konnten jedoch nicht ohne weiteres abgelöscht werden, ohne den Müll nacheinander und behutsam abzutragen und zu verfeuern. Somit war schnell klar, dass es sich bei dem Einsatz um ein langwierigeres Unterfangen handelt dürfte. Daher wurde zunächst die LG 3 an die Einsatzstelle alarmiert, um die Kräfte der Ständigen Wache bei der Durchführung der ersten Einsatzmaßnahmen zu unterstützen und um diese dann aus dem Einsatz herauslösen zu können, was nach dem Ergreifen der ersten Brandbekämpfungsmaßnahmen und dem Unter-Kontrolle-Bringen des Brandes geschah.
Zunächst wurde das Vorgehen mit den Mitarbeitern des MHKW abgestimmt. Insbesondere zum Kranführer, der den Müll in die Einfülltrichter der drei Öfen verbrachte, bestand während des gesamten Einsatzes enger Kontakt. Mittels Radlader wurde ein Teil des Mülls aus der Abwurföffnung entnommen und in Mulden verbracht. Auflodernde Brandherde und Glutnester wurden jeweils sofort abgelöscht, um eine Brandausbreitung auf weitere Bereiche des Müllbunkers zu vermeiden. Die Einsatzmaßnahmen zeigten Wirkung und wenigstens zwei Brandherde konnten unter Kontrolle gebracht werden. Anschließend (ab ca. 20:00 Uhr am 04.12.) wurde durch die LG 3 eine Sicherheitswache am Einsatzort gestellt. Diese wurde am 05.12. um 08:00 Uhr von der LG 5 abgelöst, die ihrerseits bis 20:00 Uhr die Wache fortsetzte. Von 20:00 Uhr bis 01:00 Uhr am 06.12. hatte dann die LG 6 die Brandwache übernommen, konnte aber nach Kontrolle der Einsatzstelle um 01:00 Uhr die Sicherheitswache auflösen, nachdem im Laufe des Sonntags weitere Brandherde abgelöscht werden konnten und weitere Glutnester nicht mehr zu erwarten waren.

Zunächst war erwartet worden, dass sich der Einsatz bis Mittwoch hinziehen könnte, doch da im Laufe des Sonntags alle größeren Glutnester beseitigt werden konnten, bewahrheitete sich diese Befürchtung nicht.
Große Unterstützung boten der (zweimalige) Einsatz eines Radladers des EBB, der durch einen Kameraden der LG 8 bedient werden konnte sowie eines Baggers, der am Sonntag beim Auseinandernehmen des Müllbergs geholfen hatte.
Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die niedrigen Außentemperaturen, da Gefahr bestand, dass das Wasser in den Schläuchen und in den Pumpen gefrieren könnte.





Meterhoch und metertief stapelten sich die Müllberge im Müllbunker des MHKW

Bild1

Bild2



Große Hilfe bot der Radlader des EBB, mittels dessen die für den Kranfahrer nicht erreichbaren Stellen beräumt werden konnten

Bild3



Immer wieder loderten Flammen zwischen den Müllbergen auf

Bild4




Bild-Quelle:
Fränkischer Tag / inFranken.de
sowie
Mathias Schneider, LG 3



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